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Onboarding-Kreativworkshop Beispiel fürs Team

4. Okt.
6 Min. Lesezeit

Neue Kolleg:innen mit einer Vorstellungsrunde, einem Namensschild und zehn Folien zur Unternehmenskultur willkommen zu heißen, ist ordentlich organisiert. Es sorgt aber nicht automatisch dafür, dass sich jemand zugehörig fühlt. Ein Onboarding-Kreativworkshop Beispiel zeigt, wie es anders gehen kann: Menschen machen etwas mit den Händen, kommen nebenbei ins Gespräch und nehmen am Ende ein eigenes Ergebnis mit nach Hause. Ohne peinliche Kennenlernspiele, ohne künstlerischen Leistungsdruck.

Warum ein Kreativworkshop ins Onboarding passt

Die ersten Wochen in einem neuen Job sind voll: neue Namen, neue Tools, neue Abläufe, vielleicht auch ein neues Büro. Selbst offene und kommunikationsfreudige Menschen brauchen oft Zeit, um in einer Gruppe anzukommen. Genau hier kann ein gemeinsames Kreativformat einen angenehmen Kontrast zum Arbeitsalltag schaffen.

Beim Gestalten gibt es etwas Drittes, auf das alle schauen können. Das macht Gespräche leichter. Während Farbe ausgewählt, Material ausprobiert oder ein Motiv geplant wird, entstehen Fragen ganz von selbst: Wie bist du eigentlich zum Unternehmen gekommen? Was machst du gern nach Feierabend? Wer kennt sich mit diesem Thema aus? Die Unterhaltung muss nicht erzwungen werden, sie darf einfach passieren.

Der Effekt ist besonders schön, wenn nicht nur die neuen Kolleg:innen teilnehmen. Ein gemischtes Team zeigt: Willkommen sein ist keine Aufgabe der HR-Abteilung allein. Es ist etwas, das gemeinsam entsteht. Gleichzeitig erleben sich Kolleg:innen außerhalb ihrer Rollen. Die Person aus dem Controlling hat vielleicht ein Händchen für Muster, der Teamlead probiert zum ersten Mal Linoldruck, und plötzlich ist Raum für andere Seiten voneinander.

Onboarding-Kreativworkshop: Beispiel für 12 Personen

Stell dir ein Team vor, in dem vier neue Kolleg:innen innerhalb eines Monats starten. Statt sie einzeln durch Termine zu schleusen, plant das Unternehmen einen gemeinsamen Kreativnachmittag für zwölf Personen. Das Format: ein zweieinhalbstündiger Workshop zum Gestalten von Terrazzo-Untersetzern.

Terrazzo funktioniert für Gruppen besonders gut, weil der Einstieg leicht ist und schnell Farbe ins Spiel kommt. Kleine Chips werden kombiniert, gegossen und zu individuellen Stücken verarbeitet. Es gibt kein richtiges oder falsches Farbschema. Wer es ruhig mag, wählt Creme, Sand und Pastell. Wer Lust auf Kontrast hat, kombiniert Pink, Blau und kräftiges Gelb. Jede Person entscheidet selbst, wie verspielt oder minimalistisch das Ergebnis wird.

Der Ablauf: klar geplant, locker erlebt

Zum Ankommen stehen Getränke und kleine Snacks bereit. Die ersten 15 Minuten sind bewusst unkompliziert: Jacken ablegen, einen Platz suchen, kurz durchatmen. Eine Gastgeberin oder ein Gastgeber begrüßt die Gruppe und erklärt den Ablauf. Nicht als Vortrag, sondern so, dass alle wissen: Ihr müsst nichts können, Material und Anleitung sind da, und ihr dürft einfach loslegen.

Danach folgt eine kurze Einführung in Technik und Materialien. Wichtig ist, dass jede Person früh ins Tun kommt. Eine lange Theorieeinheit nimmt Energie aus der Gruppe. Besser: zeigen, vormachen, direkt ausprobieren. Während die ersten Farbchips zusammengestellt werden, verteilen sich die Gespräche fast von allein über den Tisch.

Nach etwa 45 Minuten kann ein kleiner Impuls helfen, ohne die entspannte Atmosphäre zu stören. Zum Beispiel schreibt jede Person auf eine Karte einen Satz: „Das möchte ich hier im Team einbringen“ oder „Dabei darf ich mich im neuen Job noch ausprobieren“. Wer mag, teilt den Satz mit der Gruppe. Wer lieber zuhört, tut genau das. Freiwilligkeit ist dabei entscheidend.

Im zweiten Teil wird weiter gestaltet, geschliffen oder veredelt - je nachdem, welches Format gewählt wurde. Eine kurze Snackpause ist ein guter Moment, um die Gruppe neu zu mischen. Wer bislang nur mit den direkten Sitznachbar:innen gesprochen hat, kommt jetzt vielleicht mit jemandem aus einem anderen Bereich ins Gespräch.

Zum Abschluss gibt es eine kleine Galerie auf dem Tisch: Alle schauen sich die entstandenen Stücke an, geben einander Komplimente und machen auf Wunsch ein Gruppenfoto. Das Ergebnis bleibt nicht abstrakt. Jede Person nimmt etwas Selbstgemachtes mit - und verbindet es mit einem entspannten ersten gemeinsamen Erlebnis.

Welches Format passt zu welchem Team?

Das beste Kreativformat hängt nicht davon ab, ob ein Team besonders „künstlerisch“ ist. Im Gegenteil: Für Onboarding eignet sich vor allem, was ohne Vorkenntnisse funktioniert und genug Raum für Gespräche lässt. Ein Workshop sollte nicht zum Wettbewerb werden. Wenn einzelne Personen am Ende frustriert sind, weil ihr Werk vermeintlich nicht perfekt aussieht, verfehlt das Format seinen Zweck.

Für kleinere Gruppen mit Sinn für Details sind Schmuckworkshops, Kerzengestaltung oder Tassenbemalung schön. Die Ergebnisse sind persönlich und alltagstauglich. Wer die bemalte Tasse später im Büro nutzt, hat eine kleine Erinnerung an den Start im Team direkt auf dem Schreibtisch.

Linoldruck passt gut, wenn das Team Lust auf ein klares, haptisches Erlebnis hat. Motive können frei gewählt werden oder sich locker an gemeinsamen Themen orientieren: Lieblingsorte in Düsseldorf, kleine Icons zum Arbeitsalltag oder ein Motiv, das für die eigene Rolle steht. Die Vorbereitung braucht etwas mehr Zeit als bei manchen anderen Formaten, belohnt aber mit tollen Drucken.

Vision Boards sind ideal, wenn das Onboarding bewusst mit einer Team- oder Jahresausrichtung verbunden werden soll. Hier lohnt sich eine sensible Moderation. Es geht nicht darum, private Ziele offenzulegen. Stattdessen können Fragen wie „Wofür möchten wir im Team mehr Raum schaffen?“ oder „Was soll uns in der Zusammenarbeit begleiten?“ Orientierung geben.

Graffiti oder gemeinschaftliche Acrylmalerei funktionieren besonders gut für größere, lebendige Gruppen. Hier entsteht ein Werk, das später im Büro hängen kann. Der Haken: Bei einem gemeinsamen Bild braucht es eine gute Anleitung, damit niemand das Gefühl hat, den Platz auf der Leinwand verteidigen zu müssen. Für gemischte Gruppen ist es oft entspannter, wenn jede Person zunächst ein eigenes Element gestaltet und daraus später ein Gesamtbild entsteht.

So wird aus einem netten Event echtes Onboarding

Ein Kreativworkshop ersetzt kein strukturiertes Onboarding. Neue Kolleg:innen brauchen weiterhin gute Einarbeitung, klare Ansprechpartner:innen und Zugang zu allen wichtigen Informationen. Seine Stärke liegt woanders: Er macht Beziehung erlebbar und schafft einen ersten emotionalen Anker.

Darum lohnt es sich, den Termin nicht irgendwo zwischen Pflichtschulungen zu verstecken. Ideal ist ein Zeitpunkt innerhalb der ersten zwei bis sechs Wochen. Dann kennen die neuen Personen schon ein paar Namen und können Gespräche besser einordnen, fühlen sich aber noch nicht vollständig in den gewohnten Gruppen angekommen.

Auch die Zusammensetzung zählt. Nur neue Mitarbeitende zusammenzubringen, kann sinnvoll sein, wenn viele gleichzeitig starten. Für Zugehörigkeit im bestehenden Team ist eine Mischung meist stärker. Drei bis fünf neue Kolleg:innen treffen auf Menschen aus unterschiedlichen Rollen, nicht nur auf Führungskräfte. So entstehen Verbindungen, die im Arbeitsalltag weiterlaufen können.

Ein weiterer Punkt: Lasst Arbeitsgespräche zu, aber macht sie nicht zur Pflicht. Manche Teams nutzen kreative Momente, um ganz nebenbei über Projekte zu sprechen. Andere sind froh, einmal nicht über To-do-Listen reden zu müssen. Beides ist völlig okay. Der Rahmen darf klar sein, die Stimmung darf leicht bleiben.

Praktische Planung für Organisator:innen

Für ein gelungenes Event braucht es nicht viel Schnickschnack, aber ein paar Entscheidungen sollten früh stehen. Plant mit mindestens zwei Stunden, bei größeren Gruppen lieber zweieinhalb bis drei. So bleibt nach Anleitung und kreativem Teil noch Zeit für Ankommen, Pausen und Austausch.

Wählt eine Uhrzeit, die keinen Stress erzeugt. Ein Nachmittag mit anschließendem Ausklang funktioniert oft besser als ein Termin direkt am Morgen, wenn alle gedanklich schon bei ihren Aufgaben sind. Ein kleiner Snack oder ein gemeinsames Getränk rundet das Erlebnis ab. Bei einem externen Workshopraum darf auch Catering dazugehören, wenn der Anlass etwas größer ist.

Fragt bei der Buchung nach Gruppengröße, Dauer, Ergebnis zum Mitnehmen und nötigen Trocknungszeiten. Nicht jedes Werk ist sofort fertig. Das ist kein Problem, solange es vorher klar kommuniziert wird. Manche Stücke können später abgeholt oder nachbearbeitet werden. Für Teams mit engem Zeitplan sind Formate mit direkt transportierbarem Ergebnis oft die bessere Wahl.

Bei THE CRAFT STUDIO können Teams genau solche kreativen Auszeiten als geschlossenes Event planen - mit Anleitung, Material und einer Atmosphäre, in der niemand erst beweisen muss, kreativ zu sein. Das nimmt auch den Organisator:innen viel Arbeit ab: Statt Materiallisten und Tischschutz zu koordinieren, bleibt mehr Zeit für die Menschen, die zusammenkommen.

Die kleinen Details, die lange nachwirken

Der Workshop endet nicht mit dem letzten Pinselstrich. Hängt ein Foto der entstandenen Werke im internen Kanal auf, stellt die Stücke für ein paar Tage sichtbar ins Büro oder gebt neuen Kolleg:innen einen kleinen Platz, an dem sie ihr Ergebnis zeigen können. Das wirkt nicht künstlich, wenn es locker bleibt. Es sagt einfach: Du warst dabei, dein Start bei uns zählt.

Vielleicht wird aus dem ersten Onboarding-Termin sogar ein kleines Ritual. Nicht jede neue Person muss das gleiche basteln, und nicht jedes Team braucht monatlich ein Event. Aber ein wiederkehrender kreativer Anlass kann aus einem „Willkommen an Bord“ etwas machen, das man wirklich spürt. Mach’s einfach, lass Platz für Farbe und Gespräche - der Rest darf ganz entspannt entstehen.

 
 
 

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